rechtliche Stellvertretung

Unter Stellvertretung versteht man im bürgerlichen Recht (§§ 164-181 BGB. Vertretung und Vollmacht) und der Rechtswissenschaft das rechtsgeschäftliche Handeln einer Person (Vertreter) für eine andere (Vertretener) gegenüber einem Dritten. Die Befugnis zum rechtsgeschäftlichen Handeln kann privatautonom (durch Vollmacht) gegründet sein. Sie kann auch gesetzlich geregelt sein oder durch gerichtlichen Beschluss und Bestallung eingerichtet werden. Der Vertreter handelt auf Grundlage dieser privaten, gesetzlichen oder gerichtlichen Befugnis unabhängig mit eigener Entscheidungsmacht für den Vertretenen. Er gibt eine eigene Willenserklärung ab. Zugleich aber kann der Vertreter durch Auftrag oder Rechtspflichten an den Vertretenen gebunden sein. Die Rechtsfolgen des Vertreterhandelns treffen nicht diesen selbst, sondern den Vertretenen.