Habitus

Habitusformationen entstehen, wenn innerhalb von professionalisierungsbedürftigen Handlungsfeldern widersprüchliche Einheiten zu einer spezifischen Praxisform vermittelt werden. Der Versuch, diese durch Widersprüchlichkeit bestimmten Handlungsprobleme zu beherrschen, führt bei jedem Professionsvertreter in exemplarischer, kunstlehrehafter beruflicher Sozialisation dazu, bestimmte Handlungsdispositionen habitualisierend einzuüben und zu einer Habitusformation zu stabilisieren. Objektive Strukturgestalten führen also zur Verinnerlichung von Handlungsdispositionen einer Lebenspraxis. Diese Handlungsdispositionen wirken als Struktur wiederum auf andere Individuen oder Gemeinschaft zurück.

Da der Habitus biographisch erworben ist, ist er in anderer Weise verankert als ein soziales Deutungsmuster, das eher kognitiver Natur ist.